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Landeshauptmann von Vorarlberg

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vorarlberg.at/landeshauptmann · Regierungserklärung

Regierungserklärung

Bregenz, 14. Dezember 2011


PDF-Dokument

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
hoher Landtag,
meine Damen und Herren!

Vorarlberg ist ein Land mit guten Zukunftschancen!

Wenn ich das Arbeitsprogramm der Landesregierung für Vorarlberg mit diesen Worten einleite, dann deswegen, weil ich überzeugt bin, dass wir eine gute Ausgangslage haben, um die kommenden Herausforderungen zu meistern.

Vorarlberg steht auf einem gesunden finanziellen Fundament, darauf hat mein Vorgänger Herbert Sausgruber größten Wert gelegt. Unsere Aufgabe ist es, diesen Weg verantwortungsvoll weiterzugehen, im Finanzhaushalt des Landes ein Gleichgewicht von Ausgaben und Einnahmen anzustreben, um auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben.

Wer heute politische Verantwortung trägt, muss sich stark darum bemühen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik zu stärken. Vertrauen gewinnt man nicht durch Schönfärberei. Vertrauen gewinnt man mit gegenseitigem Respekt, mit Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Bürgernähe.

Die internationalen Verflechtungen, die sich laufend ändernden Konjunkturprognosen, die gegenseitigen Abhängigkeiten: Diesen Entwicklungen kann sich auch unser Bundesland nicht entziehen. Trotzdem und gerade deshalb müssen wir in Vorarlberg unseren bewährten Weg in der Finanzpolitik weitergehen:
- sparen, wo es möglich ist,
- investieren, wo es notwendig ist,
- helfen, wo Hilfe erforderlich ist.

Es geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Vorarlberg schaut auf die junge Generation

Wenn wir von Zukunftsfähigkeit reden, müssen wir auf jene schauen, denen die Zukunft von Vorarlberg gehört: unseren Kindern und jungen Menschen. Wir wollen keinen Jugendlichen zurücklassen und dürfen auf die Talente unserer Jugend nicht verzichten. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, braucht es die bestmögliche Bildung für unseren Nachwuchs.

Und ich bin von einem zutiefst überzeugt: Auf den Anfang kommt es an.

Deshalb unterstützen wir unsere Familien mit „frühen Hilfen“ bereits ab der Geburt des Kindes. Unser Ziel ist es, in Vorarlberg Vorreiter in Sachen Frühförderung zu sein.

Sie ist der Grundstein für jede weitere positive Entwicklung in der Bildungslaufbahn unserer Kinder. Die Schwerpunkte des Kindergartenpakets von Land und Gemeinden, etwa die Öffnung für Dreijährige, kleine Gruppen, flexible, den Bedürfnissen der Eltern angepasste Öffnungszeiten, mehr Bewegung oder gezielte, intensive Sprachförderung entlasten die Eltern und ermöglichen ein gesundes Aufwachsen unserer Kinder, machen sie fit für den Übergang in die Volksschule.

Kinder brauchen Begleitung. Auf einen den Kinderbedürfnissen angepassten Übergang vom Kindergarten zur Volksschule wird größter Wert gelegt. Wir reden bewusst von „kindgerechter Volksschule“: Damit ist nicht nur das Erlernen und Vertiefen der Grundkompetenzen Reden, Lesen, Schreiben, Rechnen gemeint, sondern ebenso die spezielle Förderung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, aber auch der Einsatz von modernen Unterrichtsmethoden sowie der Ausbau von Ganztagsklassen in verschränkter Form.

Es geht um den Erwerb von Lebenskompetenzen nach dem Motto: Mehr Sprache. Mehr Bewegung. Mehr Beziehung.

Volksschulen in Vorarlberg sollen hinschauen, rückmelden, fördern – funktionieren kann das nur in einem ständigen, positiven Miteinander von Eltern, Kindergarten- und Schulpädagogen und Gemeinden.

Lassen Sie mich dazu festhalten: Ich stehe auch in Zukunft für den Erhalt der Kleinschulen als pädagogischer Nahversorger.

Vorarlberg ist Vorreiter im Aufbau der Neuen Mittelschule. Die Vorarlberger Mittelschule bietet chancengerechte Übergänge von der Volksschule in die Mittelstufe, erhöht die Durchlässigkeit, beruht auf moderner Pädagogik, sieht eine individuelle Differenzierung nach Kompetenzen vor und ermöglicht verschiedene Berechtigungen für die weitere Schul- oder Berufslaufbahn.

Unser Ziel lautet: Kein Abschluss ohne passenden Anschluss. Moderne Bildungspolitik muss unsere Kinder umfassend begleiten.

Ich bin überzeugt, dass jedes Kind, jeder junge Mensch ein Talent hat. Wir müssen es nur früh entdecken und fördern. Und wir dürfen nicht wegschauen, wenn es Probleme gibt. Hier leistet auch die Schulsozialarbeit vorbildhafte Arbeit.

Einen völlig neuen Weg geht Vorarlberg mit dem Projekt „ACHT plus“. „ACHT plus“ versteht sich als lernbegleitender Prozess – beginnend beim Übergang in die Mittelstufe – mit dem Ziel, jedem Jugendlichen den Besuch einer weiterführenden Schule oder eine duale Ausbildung zu ermöglichen. Und zwar: rechtzeitig, konsequent und lückenlos.

Für mich gibt es vorrangig drei grundlegende Ziele, die in der laufenden Bildungsdebatte entscheidend sind: eine höhere Durchlässigkeit der Bildungssegmente, mehr Chancengerechtigkeit und gezielte Förderung.

Außerdem ist mir besonders wichtig, dass wir bei spezifischen Problemlagen – wie zum Beispiel einem hohen Anteil von Kindern aus Familien mit nichtdeutscher Muttersprache – gezielt und unbürokratisch helfen.

Zu den wesentlichen Bereichen wie neue Lehrerausbildung, Dienstrecht, Schulautonomie erwarten wir endlich die erforderlichen Rahmenbedingungen des Bundes.

Was wir in Vorarlberg dazu beitragen können, werden wir tun: Ein gutes Bildungsklima ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dafür müssen wir entschieden eintreten.

Entscheidend für viele junge Menschen ist die Schnittstelle von der Schule zum Arbeitsmarkt. Wir haben dazu gemeinsam mit den Sozialpartnern, AMS, BIFO und Gemeinden ein Modellprojekt „Chancenpool“ entwickelt, das Jugendliche beim Übergang von der Schule ins Berufsleben unterstützt.

Die duale Ausbildung hat in Vorarlberg einen sehr hohen Stellenwert. In mehr als 2.350 Lehrbetrieben werden rund 8.000 Lehrlinge ausgebildet. Daher werden wir auch in Zukunft die hohen Standards unserer Berufsschulen sichern sowie den Ausbau von Lehre und Matura forcieren, aber auch optimale Rahmenbedingungen für Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe schaffen. Damit wollen wir beitragen, den Bedarf an dringend benötigten, qualifizierten Fachkräften für die heimische Wirtschaft zu sichern.

Und wir halten gemeinsam mit dem AMS an der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie fest, wonach jeder Jugendliche, der länger als 3 Monate ohne Arbeit ist, innerhalb der nächsten 3 Monate eine Beschäftigung oder eine Ausbildungsmöglichkeit erhält.

Keinen Jugendlichen zurücklassen und auf keinen Jugendlichen verzichten. Dies bedeutet nicht nur, Jugendliche zu bilden und auszubilden, sondern auch ihren Bedürfnissen mit Verständnis und Offenheit zu begegnen, vor allem in Fragen der Jugendbeteiligung und der offenen Jugendarbeit.

Vorarlberg steht zu seiner Verantwortung gegenüber den jungen Menschen. Dazu gehört auch die Unterstützung von Jugendlichen, die auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben die Richtung verloren haben.

Perspektiven für unsere jungen Menschen sind Perspektiven für unsere Gesellschaft, sind Perspektiven für das Vorarlberg von morgen.

Wenn wir von morgen reden, dann müssen wir auch die Zukunft der Energie in den Mittelpunkt stellen.

Unser ambitioniertes Ziel ist die Energieautonomie 2050. Um diese zu erreichen, haben wir mit „101 enkeltauglichen Maßnahmen zur Energieautonomie“ einen konkreten Umsetzungsplan bis 2020 für Klimaschutz, Energieeinsparung, Effizienzsteigerung bzw. CO2-Reduktion oder Ausbau erneuerbarer Energieträger vorgelegt.

Dabei geht es um ganz zentrale Maßnahmen wie zum Beispiel:
- Reduzierung des Energieverbrauchs für Raumwärme im Schnitt um 17 % bis 2020
- Ausbau der Wasserkraft von ca. 220 auf 500 GWh Wasserkraft bis 2020
- Weiterer Ausbau von Solar- und Photovoltaikanlagen (Errichtung von ca. 15.000 m²) pro Jahr und jährlicher Zubau von ca. 40.000 m² Photovoltaik) im Durchschnitt bis 2020
- Jährliche Effizienzsteigerung in der produzierenden Wirtschaft von 1 %.

Kurz zusammengefasst bedeutet Energieautonomie, dass sich der jährliche Energieverbrauch und die Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern die Waage halten.

Aber das greift nicht weit genug. Die Energiezukunft betrifft nahezu alle Bereiche unseres Lebens, es bedarf daher einer weit über den Kernbereich „Energieversorgung“ hinausgehenden Zukunftsstrategie.

Energie wirkt sich auf die Mobilität aus.

Ein wichtiges Ziel ist die weitere Reduktion des kosten- und energieintensiven Individualverkehrs – dort wo es sinnvoll möglich ist. Wege dazu sind unter anderem die Weiterführung des 20-jährigen Erfolgsprojekts „Verkehrsverbund Vorarlberg“, eine Verlagerung von zusätzlich 5 % des Personenverkehrs bei kurzen und mittleren Wegen auf den Radverkehr, mit dem Ziel den – im österreichweiten Vergleich bereits höchsten – Anteil der Radfahrer am Individualverkehr auf 20 % bis zum Jahr 2020 anzuheben, eine Intensivierung der Forschungstätigkeit des Elektroantriebs oder Anhebung des Schienenanteils im Güter-, Ziel- und Quellverkehr.

Energie wirkt sich auf die Wirtschaft aus.

Leistbare und gesicherte Energie ist heute ein zentraler Wettbewerbsfaktor für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. Dass sich Vorarlberg bereits heute durch höchste Versorgungssicherheit bei zugleich günstigen Energiepreisen und Netztarifen auszeichnet, beruht in erster Linie auf einer eigenständigen Energieversorgung in Vorarlberg.

Ich bekenne mich daher klar zur Eigentümerstruktur bei illwerke vkw, dem Energieversorger in Vorarlberger Hand.

Energie wirkt sich auf Bildung und Forschung aus.

Eine Energieregion Vorarlberg erfordert qualifizierte Fachkräfte. Eine eigene „Plattform Bildungsstrategie Energie“ soll alle Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung von der Volksschule über die Berufsschulen bis zur FH im Fachbereich Energie zusammenführen.

Bereits 2012 wird ein eigener Lehrstuhl mit dem Forschungsschwerpunkt „Energieeffizienz“ gemeinsam mit den Illwerken errichtet, an der Fachhochschule Vorarlberg wird sowohl ein eigener Forschungsbereich als auch ein Master-Studiengang Energie/Energieeffizienz aufgebaut.

Energie wirkt sich auf den Wohnbau aus.

Vorarlberg verfügt über die weltweit höchste Dichte an „Passivenergiehäusern“. Vorarlberg gehört zu den Regionen mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energieträger und hat eine vielbeachtete Baukultur, die Architektur und Ökologie vereint.

Gerade im Bereich Wohnbau haben wir im Land einen hohen Handlungsspielraum, um unserem Ziel der Energieautonomie Schritt für Schritt näherzukommen. Auch in den kommenden Jahren streben wir eine Sanierungsquote von 3 % an.

Energie in Vorarlberg, muss eigenständig, nachhaltig, leistbar und sicher sein.

Vorarlberg ist ein wirtschaftlich starkes Land.

Unser Land hat mit der erfolgreichen Bewältigung eines wirtschaftlichen Strukturwandels in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass es große Herausforderungen meistern kann: dank innovationsfreudiger und risikobereiter Unternehmer mit hoher regionaler Verbundenheit, dank hoch motivierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dank einer funktionierenden Sozialpartnerschaft.

Optimale wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen sind für eine positive Weiterentwicklung unseres Landes ganz entscheidend. Auch wenn uns allen klar sein muss, dass die großen Hebel dazu auf europäischer und nationaler Ebene liegen, werden wir in Vorarlberg dort, wo es in unserer Macht steht, weitere Impulse für Arbeit und Wirtschaft setzen.

Kernziel der Wirtschaftspolitik ist die allgemeine Stärkung der Wirtschaftskraft im Land als Voraussetzung für die nachhaltige Sicherung und Steigerung der Beschäftigung.

Aber wir wollen in Vorarlberg kein quantitatives Wachstum um jeden Preis, was wir wollen und brauchen, ist ein zukunftsverträgliches, nachhaltiges Wachstum.

Die Wachstumschancen der kommenden Jahre hängen dabei zum einen stark am Exporterfolg unserer renommierten Industrieunternehmen, zum anderen am Produktionsstandort Vorarlberg, der auch Basis für eine dynamische Entwicklung des Dienstleistungssektors ist. Dies dürfen wir keinesfalls aus den Augen verlieren.

Ein attraktiver Produktions- und Wirtschaftsstandort – das soll Vorarlberg auch in Zukunft bleiben – benötigt ein grundsätzlich investitionsfreundliches Klima, innovative und eigenständige Unternehmen, eine bedarfsorientierte und zukunftsgerichtete Wirtschaftsförderung, den Ausbau der Verkehrs- und technologischen Infrastruktur, leistbare Energiekosten, qualifizierte Fachkräfte und die Sicherung von Betriebsflächen.

Mit einem zukunftsweisenden Betriebsflächenmanagement sollen langfristig freie Flächen gesichert und so heimischen Unternehmen eine Expansion ermöglicht werden. Bereits begonnen wurde die Erstellung von Entwicklungskonzepten für Betriebsgebiete im Rheintal.

Vergessen wir nicht: Ein wichtiges Rückgrat für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg bilden die vielfältigen mittelständischen Unternehmen sowie die zahlreichen kleinen Betriebe im Handwerk, im Gewerbe, auf dem Dienstleistungssektor – vielfach in Familienhand. Zwei Drittel aller Arbeitergeber-Betriebe in Vorarlberg sind Kleinbetriebe, die bis zu 5 Mitarbeiter beschäftigen. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Krise der vergangenen Jahre nicht zuletzt auch dank unserer kleinräumigen Wirtschaftsstruktur ganz gut überstanden haben.

Wir wollen daher auch weiterhin Menschen auf dem Weg in die Selbständigkeit durch gezielte Förderungen und Serviceleistungen – in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Vorarlberg – unterstützen und begleiten. Gerade für die kleinen und mittleren Betriebe sind gute Standortbedingungen schlichtweg eine Überlebensfrage. Ich sehe es als Aufgabe der Landespolitik, für bestmögliche Rahmenbedingungen zu sorgen.

Dazu zählen etwa rasche und korrekte Behördenverfahren, Kontinuität in der Wohnbauförderung und Althaussanierung, eine hohe Investitionsquote der öffentlichen Hand sowie Maßnahmen, um die regionale Wertschöpfung und Kaufkraft zu sichern.

Wenn die Sprache auf regionale Wertschöpfung kommt, kommt die Sprache unweigerlich auf den Tourismus. Der Tourismus ist eine starke Konstante im Vorarlberger Wirtschaftsgefüge.

Aber der Tourismus steht nicht nur in Vorarlberg vor großen Herausforderungen: sich rasch ändernde Märkte, anspruchsvolle Gästewünsche, Globalisierung des Reiseverhaltens, schwierige Wirtschaftslage.

Umso wichtiger ist die Besinnung auf Vorarlberger Stärken – verbunden mit zukunftsfähigen Konzepten, um die „Destination Vorarlberg“ zu sichern und auszubauen.

Über einen neuen Strategieprozess 2020 sollen erreicht werden:
- hohe Qualität der Gastlichkeit,
- moderne Wege in der touristischen Aus- und Weiterbildung,
- eine verstärkte Internationalisierung,
- eine intensivere Kooperation mit der regionalen Landwirtschaft.

Die Partnerschaft Tourismus – Landwirtschaft ist eine klassische Win-Win-Situation für unsere Tourismusbetriebe und für unsere Bauern.

Vorarlberg braucht seine Bauern. Vorarlbergs Bauern brauchen unsere Unterstützung. Obwohl in der Agrarpolitik viele Rahmenbedingungen von Brüssel vorgegeben werden, sollten wir unsere regionalen Chancen nützen.

Wir stellen den Arbeitsplatz Bauernhof in den Mittelpunkt. Dies bedeutet, wir müssen Leistungen, die am Arbeitsplatz Bauernhof erbracht werden, auch entsprechend honorieren.

Wir müssen das Bewusstsein schaffen, dass Lebensmittel aus regionaler, tiergerechter und nachhaltiger Produktion kostbar sind, einfach mehr wert sind.

Gemäß dem Grundsatz fair und regional wollen wir unter anderem:
- Grund und Boden für die landwirtschaftliche Produktion erhalten,
- flächendeckende Bewirtschaftung und Besiedelung im Berggebiet weiter möglich machen,
- die bäuerliche Qualitätsproduktion weiter ausbauen und die Anzahl der Biobetriebe verdoppeln,
- eine gentechnikfreie Landwirtschaft aufrechterhalten,
- eine klare Kennzeichnung von regionalen Lebensmitteln einführen,
- wir wollen das bäuerliche Einkommen sichern,
- die Lebensqualität im ländlichen Raum allgemein stärken

Gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung, aber auch finanzielle Abgeltung gebühren der Landwirtschaft für die Pflege von Wiesen und Feldern; besonders für die flächendeckende Bewirtschaftung der Alpflächen.

Diese Leistung ist nicht nur für das Tourismusland Vorarlberg unerlässlich, sondern sichert unserer Bevölkerung einen attraktiven Lebens- und Erholungsraum.

Diese Leistung muss der Gesellschaft, muss dem Land etwas wert sein. Auch deshalb stehe ich zur landeseigenen Leistungsabgeltung für die Landwirtschaft.

Wer Wirtschaft fördert, schafft Arbeitsplätze.

Der Arbeitsmarkt der Zukunft und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Vorarlberg werden von einem Punkt ganz wesentlich abhängen: von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte.

Qualifikation durch Bildung ermöglicht Zukunft. Neben einer fundierten Grundbildung unserer Kinder und Jugendlichen und der Fortführung der erfolgreichen dualen Ausbildung gilt es daher attraktive und innovative Studienangebote in Berufsfeldern mit Zukunft zu schaffen.

Wir forcieren in enger Zusammenarbeit zwischen Fachhochschule und Unternehmen den weiteren Ausbau von Lehrgängen, vorrangig in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau und Energie.

Von den ursprünglich 45 Studienplätzen im Jahr 1994 werden es bis zum Jahr 2015 1.200 Plätze sein. Eine beachtliche Zahl für die Erfolgsgeschichte „Fachhochschule Vorarlberg“.

Insbesondere richten wir unser Augenmerk darauf, wieder mehr Jugendliche für Technik und Naturwissenschaft zu begeistern, da in diesen Sparten künftig verstärkt Fachkräfte gesucht und Ausbildungsplätze vorhanden sein werden.

Bedarfsorientierung ist auch der Grundsatz in Schloss Hofen. Neben dem Ausbau und der Weiterentwicklung bewährter Bildungsangebote setzt das Vorarlberger Zentrum für Wissenschaft und Weiterbildung mit einem Holzbaulehrgang und einem Architekturschwerpunkt neue Akzente.

Wir werden die Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Hochschulen im Bodenseeraum fortsetzen und forcieren die Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschule zur Pädagogischen Universität Vorarlberg.

Qualifizierte Fachkräfte bedeuten aber auch, dass wir Bildungsangebote schaffen müssen, die der Bevölkerung ein lebenslanges Lernen erlauben. Sowohl Selbständige als auch unselbständig Erwerbstätige müssen sich an die neuen Anforderungen in ihren Berufen anpassen können.

Mit den vielfältigen Angeboten zur beruflichen und persönlichen Weiterbildung, einer Bibliotheksoffensive in Verbindung mit der „Leseinitiative Vorarlberg“ oder speziellen Lehrgängen zum Erwerb von Basisbildung und zum Nachholen von Schulabschlüssen stehen Erwachsenen in Vorarlberg viele Bildungstüren offen.

Vorarlberg ist ein mobiles Land.

Mobilität gehört zu den wesentlichen Bedürfnissen der Menschen. Und Vorarlberg ist wie kaum eine andere Region auf engstem Raum mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen wie Wohnen, Freizeit, Naturschutz, Landwirtschaft, betrieblichen Nutzungszwecken und den unverzichtbaren Verkehrswegen konfrontiert.

Unsere primäre Aufgabe ist es, „Mobilitätsbedürfnisse“ der Bevölkerung und der Wirtschaft unseres Landes zu erkennen und diese im bestmöglichen Einklang mit dem Schutz des Lebensraums zu erfüllen.

In der Verkehrspolitik bekennen wir uns zu einem bedarfsorientierten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen die Anbindung der Betriebsgebiete von Dornbirn und Hohenems, die Errichtung des Autobahnvollanschlusses in Klaus im kommenden Jahr, die Umsetzung der Verkehrslösung Feldkirch Süd sowie Maßnahmen im Raum Bludenz.

Für die Verkehrsplanung im Unteren Rheintal hat die Vorarlberger Landesregierung vor zwei Wochen den Empfehlungen des Regionalforums zur Weiterverfolgung der Variante Z (Riedstraße) als erster Priorität und der weiteren Variante CP (Umfahrung Lustenau) zugestimmt. Hier wurde eine wichtige Weichenstellung für eine vertiefende Planung und damit für eine künftige Verkehrslösung in diesem Raum getroffen.

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Forderung nach einem raschen Ausbau des Güterbahnhofs Wolfurt, der seit längerem seine Kapazitätsgrenzen erreicht hat. Die stark exportintensive Wirtschaft unseres Landes benötigt diese Einrichtung, um einen möglichst großen Anteil der Transporte auf der Schiene abwickeln zu können.

Vor Kurzem hat eine Vorarlberger Erfolgsgeschichte ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert: der Verkehrsverbund Vorarlberg. Dieses Vorzeigemodell für den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum werden wir auch weiterhin vorantreiben: durch die Ausweitung der Beförderungskapazitäten auf der Schiene mit einer 19. Talent-Garnitur, durch eine Verbesserung der Infrastruktur zwischen Bregenz und St. Margarethen sowie durch die Umsetzung des Bahnhofsprogramms mit der Renovierung der Bahnhöfe Hohenems, Lauterach und Rankweil in den nächsten drei Jahren.

Lassen Sie mich betonen: Ohne Verkehr geht es nicht. Umso wichtiger ist es, dass wir öffentliche und private Initiativen in unserem Land unterstützen, die eine nachhaltige Mobilität fördern. Vorarlberg war oft seiner Zeit voraus – auch in Verkehrsfragen.

Vorarlberg wird auch künftig neue Wege gehen und nach alternativen Lösungen suchen. Ganz nach dem Motto: Nur wer seiner Zeit vorausdenkt, kann vorne mit dabei sein.

Vorarlberg denkt vor.

Ohne Innovation und intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist eine Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit nicht möglich. Das Land Vorarlberg hat in den vergangenen Jahren ein Netz an überbetrieblichen Forschungseinrichtungen geschaffen, die unsere Unternehmen im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung bestmöglich unterstützen.

Durch eine konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft sollen diese Einrichtungen weiter entwickelt werden.

Dafür werden wir die notwendigen finanziellen Ressourcen bereit stellen, aber auch alles daran setzen, dass auch Gelder aus nationalen und internationalen Förder- und Forschungsprogrammen eingesetzt werden.

Vorne dabei sein muss Vorarlberg auch im Bereich der modernen, technologischen Infrastruktur. Im Vordergrund steht dabei die Versorgung mit Breitbandtechnologien. Diese Versorgung muss flächendeckend, hochwertig, kostengünstig sein.

Vorne dabei ist Vorarlberg beim Thema Bauen und Wohnen.

Die französische Architektin Dominique Gauzin-Müller beschreibt in ihrer umfangreichen Studie „Ökologische Architektur in Vorarlberg“ die lokale Baukultur Vorarlbergs als soziales, wirtschaftliches und kulturelles Modell für Europa.

„Vorarlberg ist heute in Europa das überzeugendste Vorbild für die Durchführung einer umweltbewussten Entwicklung auf regionaler Ebene.“ Dieses fundierte Lob der renommierten Architektin fasst die Grundsätze der Vorarlberger Baukultur sehr treffend zusammen.

Es ist uns gelungen, eine Baukultur zu schaffen, in der die Moderne ebenso ihren Platz hat wie die Tradition, die sich an den lokalen Angeboten und Ressourcen orientiert sowie regionale Bedürfnisse berücksichtigt und die den Gegebenheiten von Ökologie, Landschaft und Raumordnung Rechnung trägt.

Tatsächlich ist Wohnraum mehr als nur ein Grundbedürfnis, mehr als nur ein reines Dach über dem Kopf. Darauf nehmen wir in Vorarlberg Rücksicht. Deshalb nehmen wir in Vorarlberg mit der Wohnbauförderung positiven Einfluss auf den Lebensraum der Menschen.

Wir decken den steigenden Wohnbedarf unserer Bevölkerung mit jährlich bis zu 350 neuen Wohnungen im integrativen Mietwohnungsbau in den kommenden Jahren. Und wir fördern Wohnungseigentum und Eigenheim. Denn dieser Wert hat auch zu dem beigetragen, was wir heute sind:
- Vorreiter beim Haushalten.
- Vorreiter in Sachen Architektur.
- Vorreiter in Sachen Energieeffizienz.
- Vorreiter in Sachen Innovationsgeist und Unternehmertum.

Aufgrund der kleinräumigen Struktur des Landes ist ein sparsamer Umgang mit Grund und Boden ein absolutes Muss.

Laufende Prozesse zur Raumentwicklung (Rheintal, Walgau, Montafon) deuten darauf hin, dass Fragen der Raumordnung verstärkt gemeindeübergreifend und regionsbezogen zu behandeln sind.

Zur langfristigen Flächensicherung für künftige Generationen arbeiten wir aktuell an der Festlegung von sogenannten blauen und weißen Zonen im Land.

Blaue Zonen sollen als potentielle Rückhalteflächen primär dem Hochwasserschutz dienen, weiße Zonen beinhalten weitestgehend unerschlossene Landesteile, deren Nutzung nur eingeschränkt und nach genau definierten Richtlinien möglich sein soll.

Wir tragen Verantwortung für die nächsten Generationen, ganz besonders, wenn es um einen schonenden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen geht.

Wir achten die Hausordnung der Natur.

Dafür benötigen wir ein verstärktes allgemeines Bewusstsein sowie einen breiten öffentlichen Konsens zum Natur- und Umweltschutz sowie zum Erhalt unserer Naturjuwele.

Jeder von uns ist gefordert und aufgefordert, mit Eigenverantwortung und Sensibilität für unseren Lebensraum als Erholungs- und Kraftquelle einzutreten.

Umweltschutz beinhaltet auch alle Maßnahmen, die wir in unserem Bereich für die Reinhaltung der Luft treffen können, wobei hier besonders eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit unerlässlich ist.

Lebensraumschutz ist auch aktiver Hochwasserschutz, ein Bereich in dem in den letzten Jahren enorm viel investiert wurde und wird, wie beispielsweise dem Jahrhundertprojekt des Ausbaus des Alpenrheins und der größeren Zuflüsse wie Bregenzerach und Ill.

In Umsetzung der Wasserwirtschaftsstrategie des Landes wird in den Bereichen Wasserversorgung, Wasserreinigung, Schutzwasserbau sowie Wildbach- und Lawinenverbauung auch in den kommenden Jahren kräftig investiert.

Nicht zu vergessen für den Lebensraum Vorarlberg ist der Beitrag der Waldwirtschaft. Eine aktive Waldbewirtschaftung beugt Hochwasser und Lawinen vor, dient dem Klimaschutz sowie der Trinkwasserspeicherung und Luftreinigung; sie schafft regionale Arbeitsplätze und Wertschöpfung und liefert nachhaltig den Baustoff und Energieträger Holz. Wald und Wasser sind auch wichtige Grundlagen für eine nachhaltige Jagd- und Fischereiwirtschaft.

Mit all diesen Maßnahmen, vor allem mit einer intensiven und ständigen Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit, für Naturvielfalt und Stoffkreisläufe, für Verantwortung gegenüber unseren Nachkommen schützen wir unsere natürlichen Ressourcen, ermöglichen gleichzeitig die notwendige soziale und wirtschaftliche Weiterentwicklung unseres Lebensraums, unserer Heimat Vorarlberg.

Vorarlberg ist Heimat. Vorarlberg ist unsere Heimat.

Ich wünsche mir dazu den Beitrag jedes Einzelnen. Ein Land, in dem jeder seinen Platz, aber auch seine Verantwortung hat.

Das bedeutet, vor allem auch den Gemeinschaftssinn, das Ehrenamt weiterhin zu pflegen, freiwilliges Engagement wert zu schätzen. Das bedeutet, neue Formen politischer Beteiligung einzuführen, wie beispielsweise die Bürgerräte.

Verantwortung zu übernehmen, für uns und für andere, das lernen wir als Erstes in unseren Familien. Sie sind die erste Ausbildungsstätte für unsere Kinder, ein Ort der Orientierung für unsere Jugendlichen und häufig der beste Pflegeplatz für alte und erkrankte Menschen.

Die Leistungen unserer Familien sind unverzichtbar und brauchen auch in Zukunft unsere ideelle, strukturelle und finanzielle Unterstützung. Unser Grundsatz ist dabei, die verschiedenen Lebensentscheidungen zu respektieren: die reine Familienarbeit ebenso wie der Wiedereinstieg in den Beruf. Einen wichtigen finanziellen Beitrag in der Förderung der Familien leisten wir durch den Familienzuschuss des Landes, der im kommenden Jahr weiter verbessert wird.

Ich bin stolz, sagen zu können: Vorarlberg ist ein familienfreundliches Land. Die Familie nimmt in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert ein. Familie bietet Sicherheit und Geborgenheit, Familie bedeutet Rückhalt und Zusammenhalt. Sie zählt trotz starker Veränderungen mehr denn je zu den zentralen Lebenswünschen von Menschen.

Es ist uns daher wichtig, besonders junge Menschen zu unterstützen, die sich vor allem auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschen. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen.

Voraussetzungen für Chancengleichheit:

Eine moderne Politik ist geprägt durch Chancengleichheit für Mann und Frau. Die Gleichstellung ist uns ein zentrales Anliegen. Wir kümmern uns um Rahmenbedingungen, damit Frauen die Balance zwischen Beruf und Familie halten können und individuell ihr Lebensmuster wählen können.

Voraussetzungen in der Kinder- und Schülerbetreuung:

Ein verlässliches, flexibles, vielfältiges und auch leistbares Angebot in allen Regionen ist unser Ziel, das wir nur erreichen, wenn Land und Gemeinden an einem Strang ziehen.

Voraussetzungen in der Arbeitswelt:

Ein familienfreundliches Arbeitsklima und flexible Arbeitszeiten. Dafür müssen wir Anreize schaffen, aber auch mit Weiterbildungsmöglichkeiten in der Karenz, die den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern.

Mit innovativen Projekten schaffen wir langfristig Familienfreundlichkeit:

Schon jetzt nutzen 22.000 Familien (das ist etwa die Hälfte aller Familien mit Kindern unter 18 Jahren) den Vorarlberger Familienpass und die damit verbundenen Entlastungen. Im Rahmen von „Kinder in die Mitte“-Projekten wie „Kinder lieben Lesen“ zur sprachlichen Frühförderung – ein einmaliges Projekt, das Kinder zum Lesen animieren soll – oder das neue Programm „familie plus“, wo wir noch einen Schritt weiter gehen und ein in Österreich einzigartiges Programm aufstellen, das sich der Unterstützung und Förderung der Familie in all ihren Lebensbereichen widmet.

Familie, das ist auch das tägliche, gelebte Miteinander der Generationen. Deshalb berücksichtigen wir in unseren Initiativen auch stets die Förderung von Generationenprojekten wie zB die Seniorenbörsen – nicht nur im EU-Jahr „der Generationensolidarität 2012“.

In kaum einem Bereich findet die Generationensolidarität einen stärkeren Ausdruck als in der Betreuung und Pflege älterer und erkrankter Angehöriger. Die Gesellschaft wird älter. Vorarlberg bildet hier keine Ausnahme – im Gegenteil. Die Weiterentwicklung der Pflege ist eine große Herausforderung, unser Beitrag dazu immer wichtiger.

Neue Wege bei der Pflege.

Pflege ist für uns keine reine Versorgungsfrage, sondern eine Frage der Menschlichkeit. Jeder der möchte, soll so lange wie möglich zu Hause betreut werden können – das ist mir persönlich ein Herzensanliegen.

Wir sind in Vorarlberg in der glücklichen Lage, über eine enorm hohe Familiensolidarität sowie über ein flächendeckend ausgebautes Pflege- und Betreuungsnetz zu verfügen. Mehr als 80 % der pflege- und betreuungsbedürftigen Personen können so in ihrer eigenen Umgebung älter werden.

Pflege muss menschlich bleiben und unsere Hilfe nahe bei den Menschen.

Die Bedürfnisse und Entwicklungen in den einzelnen Regionen sind unser Ausgangspunkt für Regionale Masterpläne mit einem zielgerichteten Ausbau der ambulanten, stationären und teilstationären Dienste. Die Gemeinden sind unsere Partner beim Case- und Care-Management, damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen qualifizierte Anlaufstellen in ihrer Nähe finden, aber auch damit über regionale Kooperationen eine integrierte, regionale Versorgung im Pflegebereich gestärkt wird.

Ein besonderes Anliegen ist mir zudem die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Was sie leisten, ist unbezahlbar und unsere Aufgabe ist es, sie bestmöglich zu unterstützen: Durch Pflegezuschuss, Urlaubspflege, Betreuungspool, 24 Stunden Betreuung, aber auch durch Vorsorgemaßnahmen wie Hausbesuche bei Menschen über 75.

Jede Vorarlbergerin, jeder Vorarlberger soll ein Leben in Würde führen können. Unter diesem Motto stehen unsere Maßnahmen für demenzkranke Menschen. Dieses Ziel leitet uns auch bei der stationären Pflege, weshalb wir nicht nur die Pflegeheimplätze quantitativ ausbauen, sondern auch die Pflegequalität und das Angebot in den Vorarlberger Heimen konsequent weiterentwickeln. Dazu müssen auch die Ausbildungsangebote im Pflegebereich im Land ausgebaut werden.

Die Weiterentwicklung unseres Sozialsystems ist eine große, auch finanzielle Herausforderung. Das hohe Niveau soll aufrecht erhalten bleiben. Deshalb legen wir großen Wert auf eine finanzierbare Weiterentwicklung in enger Kooperation mit Gemeinden und Sozialeinrichtungen. Gemeinsam müssen wir bessere Steuerungsinstrumente im Sozialfonds entwickeln.

Vorarlberg ist ein Land gelebter Solidarität.

Für uns steht außer Frage: Menschen, die Hilfe benötigen, müssen diese auch bekommen. Wir können in Vorarlberg auf ein vorbildliches soziales Netz blicken.

Gleichzeitig müssen wir noch mehr darauf achten, dass die Hilfe auch wirklich dort ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird: In den Bereichen Mindestsicherung, Wohnungslosenhilfe, Soziales Netzwerk Wohnen, Heizkostenzuschuss, Sozialwerk oder der Unterstützung für Menschen mit Behinderung.

Die Hilfe für Menschen mit Behinderung hat einen hohen Stellenwert in Vorarlberg und ist auch ein Resultat der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen. Unsere Schwerpunkte bei der Integrationshilfe sind die Stärkung der Teilhabe für Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft, die Teilhabe am Arbeitsplatz, therapeutische Hilfen sowie das Leben in Eigenständigkeit.

Unsere Politik definiert sich nämlich auch darin, wie wir mit Menschen, die Hilfe benötigen, umgehen. Wir setzen daher alles daran, die sozialen Grundlagen auch in Zukunft so zu gestalten, um bestmögliche Lebensbedingungen zu gewährleisten. Behindertenhilfe bedeutet für uns, Chancen zu eröffnen und den Weg der Inklusion zu gehen.

Unser Grundsatz lautet: Niemand wird in Vorarlberg im Stich gelassen.

Gemeinsam mit dem wertvollen ehrenamtlichen Engagement sorgen diese Maßnahmen dafür, dass jeder die Chance hat, Vorarlberg als Heimat zu erleben, als einen Ort, wo alle Chancen für ein selbstbestimmtes Leben vorhanden sind.

Vorarlberg hat klare Spielregeln.

Unser Integrationsleitbild beruht auf einer breiten politischen und gesellschaftlichen Basis und ist eine gute Grundlage für die Zukunft. Wir bieten jedem eine faire Chance, der willig zur Integration ist. Wir bieten Hilfe, wo es um Menschenrechte geht. Wir erwarten von niemandem, dass er seine Herkunft verleugnet oder seine Wurzeln aufgibt.

Wir fordern Respekt vor den Werten der österreichischen Verfassung und die Einhaltung der Rechtsordnung. Wir erwarten die Bereitschaft, frühzeitig die deutsche Sprache zu lernen und sich aktiv an der Gemeinschaft zu beteiligen. Wir wollen dies offen ansprechen, denn letztlich gibt es dazu auch keine Alternativen.

Wir wollen aber auch auf die Chancen und Erfolge blicken: Die Integra¬tionsarbeit in Vorarlberg kann auf ein breites Netzwerk aus Land, Gemeinden, Projektstelle „okay.zusammen.leben“, Migrantenorganisa¬tionen, Institutionen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern bauen. Dafür gilt mein besonderer Dank.

Wir sind uns bewusst, dass es uns eigentlich sehr gut geht. Deshalb schauen wir auch über den Tellerrand hinaus und unterstützen Menschen in Entwicklungsregionen. Dabei geht es in enger Kooperation mit unseren Entwicklungshilfepartnern um Hilfe zur Selbsthilfe.

Kultur: Raum für Kreativität.

Kunst und Kultur haben in einer Gesellschaft eine ganz zentrale Bedeutung. Sie verleihen Wünschen und Ängsten Ausdruck, vermitteln Kraft und Lebensfreude, machen Unsichtbares sichtbar, schaffen Identität und setzen sich mit den Fragen der Gesellschaftsentwicklung auseinander. Dies wollen wir unterstützen.

Kunst und Kultur leisten einen wichtigen Beitrag zum inneren Zusammenhalt einer Gesellschaft. Sie sind wertvolle Impulsgeber, Vermittler von Lebensfreude und schaffen Identitäten. Die zentrale Aufgabe unserer Kulturpolitik besteht in der Herstellung von Rahmenbedingungen, die eine Weiterentwicklung in allen Kunstsparten ermöglicht.

Wir schaffen Raum für die Entfaltung künstlerischer Ideen. Dabei ist für Klassisches und Traditionelles ebenso Platz wie für Zeitgenössisches und Avantgarde. Die Pflege wertvoller Bausubstanz ist uns gleichermaßen wichtig, wie die Ermöglichung moderner Architektur, die Förderung von Volksmusik und Musikformen der Gegenwart sowie von unterschiedlichsten Ausdrucksformen in der Literatur oder im bildnerischen und darstellenden Bereich.

Im Kulturförderungsgesetz bekennt sich das Land ausdrücklich zur „Freiheit, Unabhängigkeit und Vielfalt des kulturellen Lebens“.

International ausgerichtete Aktivitäten, aber auch die kleineren, überregional etablierten Kulturinitiativen sowie zahlreiche Festivals im ländlichen Raum sorgen dafür, dass in unserem Land Kultur nicht nur in urbanen Zentren, sondern überall stattfindet. Ein besonderes Anliegen ist daher auch die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen an den Musikschulen sowie die Vertiefung künstlerischer Qualifikationen am Landeskonservatorium.

Zu den Schwerpunktthemen zählt neben der Neugestaltung des „vorarlberg museums“ (geplante Fertigstellung und Eröffnung 2013) auch die Absicherung und digitale Erfassung musealer Bestände im ganzen Land. Weitere Schwerpunkte sind außerdem die Bereiche „Jugendliche Lebenswelten“, aber auch die Unterstützung von Aktivitäten zur Positionierung Vorarlberger KünstlerInnen im Ausland, neue Formen der Kulturvermittlung oder etwa die weitere Realisierung von Kunst-und-Bau-Projekten bei Landeshochbauten.

Die Unterstützung der bewährten, vielfach ehrenamtlichen Arbeit in den verschiedenen Verbänden und Vereinigungen garantiert ein landesweites, aktives Netzwerk im Kulturbetrieb und schafft Plattformen für die Nachwuchsförderung und den künstlerischen Diskurs.

Vorarlberg achtet auf die Gesundheit.

Unser Gesundheitswesen steht im nationalen und internationalen Vergleich gut da. Ich kenne kaum eine andere Region, in der man von einer derartigen Versorgungsdichte ausgehen kann. Wir haben in den letzten Jahrzehnten ein Gesundheitssystem aufgebaut, das auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist und höchstes Niveau hat.

Für jeden – unabhängig von Alter, Geschlecht oder finanziellen Möglichkeiten – ist die gesundheitliche Versorgung in Vorarlberg zugänglich und unser Ziel ist es, auch in Zukunft wohnortnahe, qualifizierte und moderne Behandlungen und Therapien anzubieten.

Auch die spezifische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Alterns gewinnt in der Medizin immer mehr an Bedeutung. Ausgehend von den Prognosen über die demographische Entwicklung mit der Zunahme älterer Menschen wurde kürzlich als Wegweiser für die Arbeit der nächsten Jahre das Geriatriekonzept überarbeitet.

Im Spitalsbereich kommen große Herausforderungen auf uns zu. Dies bedeutet, dass wir in Vorarlberg den Kurs einer guten Grundversorgung einerseits und der Bildung von Schwerpunkten andererseits fortsetzen werden.

Wir arbeiten tatkräftig an einer weiteren Etappe Spitalsplanung mit Perspektive 2020, investieren weiter in die Sanierung unserer Landesspitäler, bauen OP- und Intensivkapazitäten insbesondere am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch aus und entwickeln ein neues Konzept zur psychiatrischen Versorgung in unserem Land.

Die größte Herausforderung liegt aber gegenwärtig im verstärkt auftretenden Mangel an Fachkräften, verbunden mit einer ausgeprägten Konkurrenzsituation in der Region. Wir müssen daher bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen, unsere Maturanten auf den universitären Eingangstest vorbereiten, das Kinderbetreuungsangebot an den Spitälern verbessern und die bereits gestarteten Arbeiten zu einer umfassenden Gehaltsreform vorantreiben.

Einer Zentralisierung des Spitalswesens erteilen wir eine klare Absage. Wir treten weiterhin für eine Stärkung der Landesgesundheitsplattformen mit einer partnerschaftlichen Planung, Steuerung und Finanzierung aller Sektoren ein.

Ein gutes Gesundheitssystem muss aber auch die Menschen unterstützen, gesund zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen. Vorsorge und Eigenverantwortung sind daher mehr denn je eine wichtige Säule der Gesundheitspolitik.

Die Bereitschaft, selbst etwas für die Gesundheit zu tun, ist eine Besonderheit der Vorarlberger. Denn Vorarlberg ist Vorsorgeland Nummer 1 in Österreich, die Lebenserwartung liegt rund ein Jahr über der gesamtösterreichischen Lebenserwartung. Eine umfassende Gesundheitsvorsorge, die Früherkennung von Krankheiten und Vermeidung von Unfällen schützt nicht nur die Gesundheit jedes Einzelnen, sondern dämpft auch die Gesundheitskosten.

Vorarlberg bleibt fit.

Unser ehrgeiziges Ziel ist es, mit dem Sportkonzept 2009-2015 zum Sportland Nr. 1 zu werden. Initiativen zur Bewusstseinsbildung schon in jungen Jahren – wie z.B. Vorarlberg>>bewegt, Bewegungskindergarten und bewegte Schule – tragen dazu ebenso nachhaltig bei, wie die gezielte Unterstützung unserer hervorragenden Vereins- und Verbandsstruktur im Vorarlberger Sport. Mit dem Nordic-Konzept wollen wir diese Sportarten wieder nachhaltig verankern. Die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur im Bregenzerwald und im Montafon sowie eine qualitativ hochwertige schulische und sportliche Förderung der Talente gemeinsam mit dem Vorarlberger Skiverband stehen im Mittelpunkt.

Auch Projekte mit internationalem Charakter und Vorbildwirkung – so zum Beispiel die Europäische Jugendolympiade 2015 in Vorarlberg und Liechtenstein – bereichern unsere Sport- und Bewegungskultur.

Ein gesundes Land ist aber auch ein Land, in dem man sich sicher und geborgen fühlt.

Vorarlberg gehört zu den sichersten Bundesländern Österreichs.

Das ist kein Zufall, sondern beruht auf funktionsfähigen, regionalen Sicherheitsstrukturen: Eine gute personelle und materielle Ausstattung, vorausschauende Personalplanung, gute Aus- und Fortbildung, eine enge Zusammenarbeit mit unseren Gemeinden und Nachbarländern, Aufklärung und Prävention für unsere Kinder und Jugendlichen, Therapie und Hilfe für Drogenkonsumenten sowie Härte gegenüber Drogendealern – diesen Bemühungen verdanken wir die seit Jahren bundesweit höchste Aufklärungsquote bei Kriminaldelikten und ein starkes Hilfs- und Rettungswesen. Dieser konsequente Weg soll durch ein neues Sicherheitspaket mit dem Innenministerium fortgesetzt werden. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag können wir uns auf unsere Exekutive, unsere Hilfs- und Rettungsdienste sowie unser Bundesheer verlassen. Diesen hohen Standard der guten Zusammenarbeit gilt es aufrecht zu erhalten.

Vorarlberg ist ein eigenständiges, ein starkes Land.

Heimatverbunden und eigenständig – das sind zwei Säulen des Vorarlberger Weges, den wir auch in Zukunft weiter gehen werden.

Eine bodenständige Politik, eine Politik, die nah an den Menschen ist: Das ist nur möglich, wenn wir in wesentlichen Dingen auch selbst entscheiden können. Wir bekennen uns daher zu einem gesunden Föderalismus. Dieser Kurs gegenüber dem Bund hat dazu mit beigetragen, dass Vorarlberg in vielen Bereichen eine Vorbildregion ist. Wir haben durchaus bewiesen, dass viele Aufgaben regional besser und effizienter erledigt werden können.

Dazu gehört aber auch die ständige Weiterentwicklung unserer Verwaltung. Auf der Basis des Berichts über den aktuellen Stand zur Deregulierung und Verwaltungsreform in der Landesverwaltung wollen wir uns mit den künftigen Herausforderungen für die Verwaltung in Vorarlberg auseinandersetzen.

Dabei soll in diesem Prozess der Umfang und die Qualität der staatlichen Leistungen, nachhaltige Sparpotenziale sowie der Servicecharakter der Verwaltung thematisiert und entsprechende Vorschläge und Konzepte erarbeitet werden.

Wir stehen für eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Unsere Gemeinden sind der unmittelbare Lebensraum der Menschen.

Wir verstehen uns als verlässlichen Partner und unterstützen gerade kleine und finanzschwache Gemeinden. Denn Zersiedelung und Abwanderung liegen nicht in unserem Interesse. In der Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden können viele lokale und regionale Aufgaben besser bewältigt werden. Den weiteren Ausbau der Gemeindekooperationen sehen wir als richtigen Weg, den ländlichen Lebensraum zukunftssicher zu gestalten.

Was für die Gemeinden gilt, das gilt ebenso für das Land Vorarlberg:

In der Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn liegen Chancen für die Zukunft, in einem starken Bodensee- und Alpenraum. Im Übrigen bekenne ich mich klar zu einem Europa der Regionen und damit verbunden Entwicklungsmöglichkeiten. Auch und gerade für Vorarlberg. Die Chancen überwiegen!

Meine Damen und Herren, die Zeiten sind nicht einfach – aber das waren sie nie. Die Herausforderungen sind groß – ebenso groß ist meine Motivation, diese ambitioniert anzugehen. Vorarlberg hat die besten Voraussetzungen, seinen Platz in Österreich und Europa zu behaupten. Vorarlberg ist auf dem richtigen Weg. Gehen wir ihn gemeinsam – haben wir den Mut, ihn zukunftsfähig zu gestalten.


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